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Home » Lisa Eckhart ungeschminkt: Kabarettistin ohne Bühnenmaske
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Lisa Eckhart ungeschminkt: Kabarettistin ohne Bühnenmaske

NahmallesmitBy NahmallesmitSeptember 9, 2026No Comments10 Mins Read
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lisa eckhart ungeschminkt
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Kaum eine Kabarettistin polarisiert im deutschsprachigen Raum so sehr wie Lisa Eckhart. Auf der Bühne tritt sie als eiskalte, elitäre Kunstfigur auf, die mit Tabus spielt und regelmäßig für Aufregung sorgt. Doch wer ist der Mensch hinter dieser Fassade? Dieser Artikel zeigt Lisa Eckhart ungeschminkt – mit Einblicken aus mehreren Interviews zu ihrer Herkunft, ihren Ansichten über Schönheit, Nacktheit, Internet und Humor sowie den größten Kontroversen ihrer Karriere. Alle Aussagen sind mit ihren Originalquellen belegt.

Wer ist Lisa Eckhart wirklich? Der Mensch hinter der Bühnenfigur

Um Lisa Eckhart ungeschminkt zu verstehen, lohnt sich zunächst ein Blick auf ihre Herkunft. Bürgerlich heißt sie Lisa Lasselsberger und wurde am 6. September 1992 in Leoben in der Steiermark geboren. Die ersten sechs Lebensjahre verbrachte sie bei ihren Großeltern, bevor sie zu ihren Eltern nach Graz zog. Schon früh zog es sie hinaus in die Welt: Nach der Matura 2009 studierte sie in Frankreich Germanistik und Slawistik, arbeitete anschließend als Lehrerin in London und zog später nach Berlin.

An der Freien Universität Berlin nahm sie ein Masterstudium auf – ihre ursprünglich geplante Abschlussarbeit über „Weiblichkeit und Nationalsozialismus” auf Basis der Tagebücher von Joseph Goebbels wurde jedoch abgelehnt. Stattdessen schrieb sie ihre Masterarbeit über die Figur des Teufels in der Literatur – ein Thema, das bis heute ihr künstlerisches Selbstverständnis prägt, wie sich später in ihrer Bühnenphilosophie zeigt.

Nach gescheiterten Versuchen an Schauspielschulen fand sie über Poetry Slams zu ihrer heutigen Karriere. 2015 gewann sie – erst als zweite Frau überhaupt – die österreichischen Poetry-Slam-Meisterschaften, damals bereits unter dem Künstlernamen Lisa Eckhart. Mit dem Solo-Programm „Als ob Sie Besseres zu tun hätten” stand sie im Wiener Theater am Alsergrund auf der Bühne. Es folgten TV-Auftritte bei BR, ORF und WDR sowie ein fester Platz als Stammgast bei der ARD-Sendung „Nuhr im Ersten” seit 2019. Heute lebt sie in Leipzig und spricht neben Deutsch auch Englisch, Französisch und Russisch.

Was an dieser Biografie bemerkenswert ist: Der abgelehnte Goebbels-Themenvorschlag und die spätere Masterarbeit über den Teufel sind kein Zufall – beide zeigen ein wiederkehrendes Interesse an Grenzfiguren und moralisch verstörenden Perspektiven, das sich direkt in ihrem heutigen Bühnenstil widerspiegelt.

Lisa Eckhart ungeschminkt über Schönheit, Models und Eitelkeit

Betrachtet man Lisa Eckhart ungeschminkt in ihren eigenen Worten, wird schnell klar: Sie hat eine sehr eigene, oft konträre Sicht auf Schönheit und den Körperkult unserer Zeit. Im Interview mit Stories and Faces erklärte sie, dass sie mit ihren 1,73 Metern zu klein für eine Modelkarriere sei – ohnehin habe sie das Modelsein immer als würdelos empfunden, da man dabei nur „lebender Kleiderständer” für die Werke anderer sei. Interessanter fände sie hingegen die Arbeit als Aktmodell, weil man dabei sich selbst und keine Werbefläche darstelle.

Sie äußerte sich zudem skeptisch gegenüber dem Trend, Schönheit zu „demokratisieren”. Ihrer Meinung nach gebe es objektive Kriterien für Schönheit, doch nicht jede Frau müsse zwangsläufig schön sein. Als Beleg dafür, dass die Demokratisierung des Schönheitsideals nicht wie gewünscht funktioniert habe, verwies sie auf steigende Depressionsraten bei jungen Frauen. Auch das Vordringen von Plus-Size-Models in der Modebranche sieht sie kritisch – nicht aus Ablehnung gegenüber den Frauen selbst, sondern weil sie die gesamte Modelbranche als „seelenlosen Werbeträger”-Beruf infrage stellt, den sie niemandem wünscht.

Interessant zu wissen: Sie beschreibt sich selbst zugleich als „zu eitel für jede Form des Dilettantismus” – ein Grund, warum sie etwa Musik als Hobby aufgab, sobald klar war, dass sie darin nie brillieren würde. Eitelkeit äußert sich bei ihr also weniger über das Äußere als über den Anspruch an die eigene Leistung.

Nacktheit, Playboy und der Umgang mit sexistischen Kommentaren

Ein besonders offener Einblick in Lisa Eckhart ungeschminkt zeigt sich in ihrem Umgang mit dem eigenen Körper. In jungen Jahren trat sie mehrfach nackt auf – etwa in einer Berliner Galerie nur mit Schuhen bekleidet oder auf dem Potsdamer Platz. Im Interview mit dem Playboy erklärte sie rückblickend, dass sie damals in Paris gezielt Menschen suchte, die sie nackt sehen wollten, weil dies die einzige Ausdrucksform gewesen sei, die sie beherrschte. Nach einem nackten Gedichtvortrag in Berlin erkannte sie jedoch: Wer Geld verdienen will, muss sich anziehen – „nackt hören mir die Leute nicht mehr zu”.

Für dasselbe Playboy-Interview (November-Ausgabe 2020) zeigte sie sich offen für Nacktfotos, wollte damit aber warten, bis die Verkaufszahlen ihres ersten Buches einbrechen würden – zum damaligen Zeitpunkt wollte sie dieses „Potenzial” noch nicht verschleudern. Auf sexistische Kommentare im Netz, etwa Bemerkungen über ihre Figur wie „Schlank ist geil”, reagiert sie demonstrativ gelassen: Solche Kommentare schlössen ja nicht aus, dass die Verfasser auch schätzten, was sie inhaltlich sage.

Ihre Sicht auf Internet, Social Media und Influencer

Wer Lisa Eckhart ungeschminkt erleben will, muss auch ihre Haltung zum Internet kennen. Sie bezeichnet sich als bewussten Gegenpol zum digitalen Zeitgeist – sie meidet Social Media weitgehend und begründet dies damit, dass das Internet „dem Volk” gehöre, vergleichbar mit dem Speakers’ Corner in London. Als Künstlerin mit ohnehin großer öffentlicher Stimme wolle sie sich diesen Raum nicht auch noch aneignen.

Influencer-Kultur kann sie nicht nachvollziehen, besonders wenn junge Frauen Werbung für andere junge Frauen machen, statt – wie sie es sieht – die eigentliche Zielgruppe zu adressieren. Während der Corona-Pandemie hielt sie sich bewusst zurück, anstatt wie viele Kolleginnen und Kollegen das Internet mit mittelmäßigen Inhalten zu fluten. Sie ist überzeugt: Schwierigkeiten befördern eher gute Kunst als ständige digitale Selbstdarstellung. Zuschauer, die Kunst zu Hause am Bildschirm konsumieren, seien zudem abgelenkt – im Theater dagegen zur vollen Aufmerksamkeit „verpflichtet”.

Auch dem Begriff der „Authentizität” steht sie skeptisch gegenüber: Sie hält ihn für schlecht definierbar und sieht im permanenten Drang zur Selbstdarstellung sogar eine politische Gefahr, weil er kollektive Solidarität durch reinen Individualismus ersetze – ein Zustand, den sie eher als vermarktbar denn als erstrebenswert beschreibt.

Humor als Waffe: Ihre Philosophie zu Kunst, Teufel und Provokation

Ein zentraler Baustein, um Lisa Eckhart ungeschminkt zu verstehen, ist ihre Humortheorie, die sie im Gespräch mit SRF (Sternstunde Philosophie) ausführlich erläuterte. Ihre Masterarbeit über die Teufelsfigur in der Literatur bildet dabei die gedankliche Grundlage: Der Teufel sei letztlich ein „Menschenfreund, der es nicht zugeben will” – ohnmächtig im Großen, weshalb er im Kleinen wirke. Genau dieses Prinzip beschreibt sie als ihr eigenes künstlerisches Credo.

Humor definiert sie explizit als Überlegenheitsgefühl im Sinne klassischer Humortheorien (Platon, Hobbes): „Humor ist Hochmut in Reinform.” Sie bezeichnet ihr eigenes Kabarett als eine Art „sadomasochistische Sitzung”, bei der sie in alle Richtungen austeilt – nach oben blicke sie auf der Bühne bewusst ins Leere, da für sie nichts über der Kunst und dem Humor stehe.

Kritiker werfen ihr dabei vor, mit rassistischen und sexistischen Klischees über Chinesen, Frauen, Schwarze oder Jüdinnen und Juden zu arbeiten. In einer redaktionellen Einordnung zu einem Auftritt im Zürcher Kaufleuten wurde offen infrage gestellt, ob das Publikum die von ihr behauptete „gebrochene” Ebene tatsächlich versteht – oder ob am Ende einfach über alles gelacht wird, unabhängig von der intendierten Kritik.

Auf der Bühne selbst lässt sie bewusst wenig Raum für Spontaneität: Improvisation empfindet sie eher als Betrug am Publikum, ihr Programm ist stark durchgeplant, „wie in einem Roman ohne leere Seiten”. Ziele oder politische Botschaften lehnt sie explizit ab – wer mit einer vorgefertigten Botschaft auf die Bühne gehe, verkomme schnell zum Eiferer und verliere den Anspruch, Künstler zu sein.

Kontroversen: Antisemitismus-Vorwurf und die Hamburg-Affäre

Zu Lisa Eckhart ungeschminkt gehört zwangsläufig auch der größte Karriereeinschnitt ihrer bisherigen Laufbahn: 2020 wurde ihr wegen eines WDR-Beitrags aus dem Jahr 2018 („Die heilige Kuh hat BSE”), in dem sie sich in der Sendung „Mitternachtsspitzen” mit Missbrauchs- und Vergewaltigungsvorwürfen gegen Prominente wie Harvey Weinstein und Roman Polański befasste, öffentlich Antisemitismus vorgeworfen. In der Folge wurde ihr geplanter Auftritt beim Hamburger Literaturfestival „Harbour Front” im August 2020 wegen Sicherheitsbedenken der Veranstalter abgesagt – eine später ausgesprochene erneute Einladung lehnte sie ab.

Kurz darauf postete die AfD Hessen ein Foto von ihr auf Facebook – Lisa Eckhart distanzierte sich daraufhin öffentlich von der Partei und kündigte rechtliche Schritte an. Die Debatte um sie wurde zu einem vielzitierten Beispiel für die Diskussion um „Cancel Culture” im deutschsprachigen Kulturbetrieb und beschäftigte Medien noch Jahre später in Rückblicken und Kolumnen.

Sie selbst nimmt Kritik seither selektiv wahr: Nach eigener Aussage nimmt sie Kritik „nur noch von oben” ernst und sieht Empörung in sozialen Medien als bequemen, folgenlosen Aktionismus, der echtes politisches Engagement ersetze – wer wirklich etwas verändern wolle, müsse „auf die Straße gehen”, nicht nur klicken.

Privates: Alltag, Essen, Schreiben und Familie

Auch abseits von Bühne und Kontroversen liefert Lisa Eckhart ungeschminkt private Einblicke. Auf die Frage, was ihr Leben zwischen Schlaf und Arbeit bestimme, antwortete sie schlicht: Essen. Sie beschreibt eine große Begeisterung für Kulinarisches und ist ständig auf der Suche nach neuen Rezepten und Restaurants. Klassische Hobbys lehnt sie ab, da sie sich als „zu eitel” für Dinge empfindet, in denen sie nicht brillieren kann.

Ihr erstes Buch erschien im August (Erscheinungsjahr des jeweiligen Interviews), weitere Werke sind seither erschienen. Den Schreibprozess beschreibt sie als Kampf und Erfüllung zugleich – während intensiver Schreibphasen von bis zu zwei Monaten vernachlässigt sie eigenen Angaben zufolge sogar Körperpflege und Kleidung, weil sie vollständig im Text „verschwinde”. Diesen Zustand nennt sie selbst „wahre Selbstentwirklichung”.

Im SRF-Interview 2022 sprach sie zudem erstmals öffentlich über ihr Kind und dessen erstes Lachen – ein Moment, den sie als faszinierend beschreibt, weil ihr Baby bereits ohne erkennbare „satirische Vorbildung” zwischen Humor und Ernst unterscheiden konnte.

Mehr lesen: Laura Papendick Krankheit: Ihre Borreliose-Geschichte im Überblick

Häufig gestellte Fragen zu Lisa Eckhart ungeschminkt

Wie heißt Lisa Eckhart mit bürgerlichem Namen?

Ihr bürgerlicher Name lautet Lisa Lasselsberger.

Wann und wo wurde Lisa Eckhart geboren?

Sie wurde am 6. September 1992 in Leoben, Steiermark, Österreich, geboren.

Was wollte Lisa Eckhart ursprünglich studieren?

Sie plante ursprünglich eine Masterarbeit über „Weiblichkeit und Nationalsozialismus” auf Basis der Tagebücher von Joseph Goebbels; der Vorschlag wurde abgelehnt. Ihre tatsächliche Masterarbeit schrieb sie über die Teufelsfigur in der Literatur.

Warum wurde Lisa Eckhart der Antisemitismus vorgeworfen?

Der Vorwurf bezog sich auf einen WDR-Kabarettbeitrag aus dem Jahr 2018, in dem sie Missbrauchsvorwürfe gegen Prominente wie Harvey Weinstein thematisierte. Dies führte 2020 zur Absage ihres Auftritts beim Hamburger Literaturfestival „Harbour Front”.

Wie steht Lisa Eckhart zu Nacktheit und Playboy-Fotos?

Sie trat früher gelegentlich nackt auf und zeigte sich im Playboy-Interview offen für Nacktfotos, wollte damit aber warten, bis ihre Buchverkäufe zurückgehen.

Wie erklärt Lisa Eckhart ihren Humor?

Sie beschreibt Humor als „Hochmut in Reinform” – ein Gefühl der Überlegenheit, das sie bewusst auf der Bühne auslebt, ohne sich an politische Botschaften zu binden.

Wo lebt Lisa Eckhart heute?

Sie lebt in Leipzig und spricht Deutsch, Englisch, Französisch und Russisch.

Hat Lisa Eckhart Kinder?

Ja, in einem Interview mit SRF im Jahr 2022 sprach sie erstmals öffentlich über ihr Kind.

Fazit: Lisa Eckhart ungeschminkt zwischen Kunstfigur und echter Haltung

Betrachtet man Lisa Eckhart ungeschminkt, zeigt sich eine Künstlerin, die private Zurückhaltung – etwa bei Social Media – mit einer bewusst provokanten Bühnenfigur verbindet. Ihre Ansichten zu Schönheit, Internet, Humor und Kunst sind durchdacht, oft bewusst widersprüchlich und immer darauf ausgelegt, Debatten auszulösen. Zwischen intellektuellem Anspruch, kalkulierter Provokation und echten Kontroversen bleibt Lisa Eckhart eine der schillerndsten und meistdiskutierten Figuren im deutschsprachigen Kabarett – und gerade das macht den Blick auf Lisa Eckhart ungeschminkt so aufschlussreich.

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